September 2026

Das Netzwerk kommunistische Politik (NkP) bekräftigt aus aktuellem Anlass den Zusammenhang der beiden Konsequenzen aus der faschistischen Diktatur: Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!

Für uns bedeutet dies heute, sowohl den Kampf gegen die immer weiter steigende Kriegsgefahr, gegen Aufrüstung und Militarisierung der Gesellschaft zu führen, als auch sich konsequent gegen alle faschistischen und rassistischen Kräfte zu stellen. Diese Einheit lässt keine irgendwie geartete Zusammenarbeit mit der AfD in der Friedensfrage zu. AfD-Wähler:innen werden sich nicht umstimmen lassen, indem wir sie zu gemeinsamen Friedensdemonstrationen einladen. Wir müssen ihnen klar machen, dass sie gegen ihre eigenen Interessen eine zumindest faschistoide Partei wählen. Eine Partei, die den Widerstand gegen Sozialabbau und Wehrpflicht schwächt, eine Partei, die das System der kapitalistischen Ausbeutung weiter forcieren will. Sie glauben zu machen, wir stünden in Friedensfragen auf einer Seite, ist dabei genau das falsche Signal.

Deshalb lehnen wir jede Öffnung der Friedensbewegung gegenüber rechten und faschistoiden Kräften ab. Diese sind nicht um des Friedens Willen für Entspannung gegenüber Russland. In der AfD-Propaganda gibt es mehrere, sich z. T. widersprechende Aussagen dazu. U.a. wird propagiert, mit Russland als günstigem Rohstofflieferant bessere Bedingungen für Deutschland als europäische Hegemonialmacht zu erreichen. Namhafte Vertreter der AfD werden zu Beratungen und Konferenzen nach Russland eingeladen. Die AfD ist Befürworter einer massiven Aufrüstung, die noch weiter zulasten der Menschen gehen wird, die auf soziale Leistungen angewiesen sind.

Wir stehen – wie in der Vergangenheit – für das Verbot und die Auflösung faschistischer und faschistoider Organisationen, also auch der AfD, so verlangt es auch das Grundgesetz. Sie sind die ideologische Speerspitze der Rechtsentwicklung, die derzeit noch ohne ihre Einbindung in Regierungen von den Herrschenden vorangetrieben und umgesetzt wird. Für die Repression gegen linke Kräfte, für neue Berufsverbote gegen Linke brauchen die Herrschenden das Argument des AfD-Verbots nicht. Aus linker Perspektive der Forderung nach dem AfD-Verbot auszuweichen, verkennt die systemtragende Rolle der AfD im Kapitalismus. Die AfD ist nicht die Ursache der Rechtsentwicklung, aber sie ist ein wichtiger Treiber und Stichwortgeber. Auch deshalb wehren sich die bürgerlichen Parteien gegen ihr Verbot. Sie könnte ja noch hilfreich sein.

Wer propagiert, nur mit der AfD sei reaktionäre bürgerliche Politik zu zerschlagen, hat aus unserer Sicht historische Lektionen nie begriffen und betreibt eine gefährliche Propaganda. Er hat ebenfalls nicht begriffen, dass entscheidend für progressive politische Veränderungen außerparlamentarische progressive Bewegungen sind.

Wichtigste Ursache der Rechtsentwicklung ist die sich weiter zuspitzende Krise des Kapitalismus, die die Herrschenden zu Militarisierung, Sozialabbau und dem Abbau demokratischer Rechte treibt. Die Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft, die Kluft zwischen Arm und Reich, die Wohnungsnot, der Bildungs- und Infrastruktur-Notstand zwingt die Regierenden, im Interesse des Kapitals autoritäre Varianten ihrer Herrschaft einzuführen. Diese Entwicklung kann nur durch breit getragenen Widerstand gestoppt und zurückgedrängt werden.

Entscheidend wird dabei sein, wie sich die Massenorganisationen der Arbeiter:innenbewegung, die Gewerkschaften verhalten. Ohne ihren entschlossenen Widerstand kann keine Veränderung der Kräfteverhältnisse zugunsten der arbeitenden Menschen erreicht werden. Wer von Rechtsentwicklung spricht, sollte dabei nicht zu ihrer Ursache, zu den kapitalistischen Verhältnissen, schweigen. Deshalb kann ein AfD-Verbot immer nur ein Teil einer breit angelegten Kampagne gegen die aktuelle Rechtsentwicklung sein.

Der AfD als politischem Hauptfeind demokratischer Gewerkschaften die Tür zur Friedensbewegung öffnen zu wollen, wird nicht zu einer breiten, sondern zu einer fragmentierten Friedensbewegung führen. Die Friedensbewegung braucht die DGB-Gewerkschaften an ihrer Seite, in ihrer Mitte. Deshalb begrüßen wir die neuesten Beschlüsse des DGB und die Erklärung zum diesjährigen Antikriegstag. Sie beinhalten wichtige Fortschritte und breite Möglichkeiten für gemeinsame Friedensaktionen.

Wir brauchen darüber hinaus die solidarische Diskussion mit den kleinen Teilen der SPD und der Grünen, die sich noch positiv auf die Friedensbewegung beziehen. Wir haben in den 80er Jahren erlebt, dass Positionen der SPD in Friedensfragen veränderbar sind, wenn genug außerparlamentarischer Druck da ist. Friedensorientierte Sozialdemokrat:innen können dabei eine wichtige Rolle spielen. Durch solche Initiativen kann die Friedensbewegung größer und stärker werden, nicht durch eine selbstmörderische Öffnung nach rechts.

Wir werben für ein gemeinsames Handeln aller Bewegungen und antifaschistischer gesellschaftlicher Organisationen und Kräfte. Dass wir auch mit Anhängern und Wähler der AfD diskutieren, um sie für Positionen der Friedensbewegung zu gewinnen, ist selbstverständliche Praxis vor Ort und im Betrieb.

Wir begrüßen darüber hinaus Massenaktionen gegen die Politik der AfD, gegen ihre Beteiligung an Regierungen, gegen die real existierende Zusammenarbeit der CDU mit dieser Partei und alle Initiativen gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, Frauen- oder Queerfeindlichkeit. In diesen Aktionen werben wir für die Einsicht, dass die AfD nur ein Teil des Problems ist und klären über die Ursachen der Rechtsentwicklung auf. Wir stehen an der Seite derer, die gegen Abschiebungen aktiv werden und Faschisten und Rassisten keinen Raum in der Öffentlichkeit überlassen wollen. Wir stehen dabei für eine Vernetzung dieser Bewegungen mit der Friedensbewegung. Unser Konzept der kurzfristigen gesellschaftlichen Veränderung setzt nach wie vor auf breite gesellschaftliche Allianzen (Parteiprogramm der DKP von 2006[1]).

Für das Netzwerk kommunistische Politik
Detlef, Fricke, Uwe Fritsch, Thomas Hagenhofer, Norbert Heckl, Werner Hensel, Isa Paape, Axel Seiderer, Volker Metzroth, Heinz Stehr


[1]„In der vor uns liegenden Etappe kommt es darauf an, gesellschaftliche Kräfte weit über die Linke hinaus im Widerstand gegen die neoliberale Politik zu bündeln. Allianzen verschiedener sozialer und gesellschaftlicher Kräfte, die sich an verschiedenen Fragen immer wieder neu bilden und in denen die Arbeiterklasse die entscheidende Kraft sein muss, sind die Voraussetzung, um die Rechtsentwicklung und den neoliberalen Umbau der Gesellschaft zu stoppen. Wenn aus diesen Allianzen stabile Bündnisbeziehungen und ein fester gesellschaftlicher und politischer Block gegen den Neoliberalismus entwickelt wird, dann können die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse so verändert werden, dass der Kampf um gesellschaftliche Alternativen eine reale Perspektive bekommt.“


8 Kommentare zu „Wortmeldung des Netzwerks kommunistische Politik zu aktuellen Fragen der kommunistischer Bündnispolitik und des Kampfs gegen rechts“

  1. Avatar von Björn Axel Thomsen
    Björn Axel Thomsen

    Ein sehr wichtiger klärender Beitrag zur Diskussion und Klarstellung innerhalb der linken und fortschrittlichen Bewegung und darüber hinaus in dieser Zeit wachsender parlamentarischer AFD-Erfolge in ganz Deutschland.

  2. Avatar von Bettina Mandellaub
    Bettina Mandellaub

    Zusammenarbeiten in der Friedensfrage kann Vieles heißen. Bei Stimmabgaben für oder gegen einen Beschluss oder ein Gesetz kann es zu Übereinstimmung der Position der AfD und links orientierten Menschen/Parteien kommen und da ist es egal, aus welchen Gründen hier zum Beispiel gegen Waffenlieferungen an die Ukr., gegen weitere Sanktionen gegen Russland oder für diplomatische Initiativen gestimmt wird. Sollte die AfD hier so stimmen wie es fortschrittliche Menschen tun, dann ist es eben so und dann ist es ein Zusammengehen – ja. Da wir nicht fünf vor zwölf sondern drei vor zwölf haben, ist es vollkommen egal, wie toll sich das anfühlt oder nicht. Das ist die Zusammenarbeit, die ich mir vorstellen kann und ich bin da um jede Stimme, die für Frieden ist, froh. In jedem anderen Punkt sehe ich überhaupt keine Gemeinsamkeiten der AfD mit linken Positionen. In Russland sieht man die Reaktion der Wähler (AfD zu wählen) vor allem als Zeitgewinn, als einen Aufschub eines Kriegsausbruchs. Und man ist dort angesichts der noch zu schwachen Friedensbewegung froh über jede Stimme, die Russland nicht feindlich gesonnen ist, bzw. dem Land nicht schaden will. Im Moment sieht es so aus, dass das der Fall bei der AfD ist.

  3. Avatar von Ulli Sander
    Ulli Sander

    Was ist jetzt zu tun? Eine Antwort an die UZ (11.9.26) und Patrik Köbele.
    Ein Kommentar für „Netzwerk kommunistische Politik“ von Ulrich Sander

    Die Linkspartei wegen eines angeblichen Anteils am Aufstieg der AfD anzugreifen, ist eine Frechheit. Dies geschah im Kommentar von Patrik Köbele in der UZ vom 11.9.26. Und dies angesichts der Tatsache, dass die DKP ihre antifaschistische Aufklärung schon seit Jahren eingestellt hat. Konsequent wurden Beschlüsse gegen Krieg und für Demokratie auf LINKEN-Parteitagen gefasst und so ist auch die Politik der LINKEN. Patrik Köbele hingegen wirbt bei „Nachdenkseiten“ für die Zusammenarbeit mit der AfD um des Friedens willen.

    Verständnis für die AfD-Anhänger aufzubringen, ist nur begrenzt denkbar. Nach 1933-1945 als Deutscher so zu wählen, ist ungeheuerlich, geschichtsvergessen – oder einfach dumm. Die Distanz Köbeles zum BSW wird aufgehoben durch Werbung für das BSW auf der UZ-Leserbriefseite, wo klare antifaschistische Aussagen fehlen. Die Werbung für das BSW durch einen Martin Leo wird von diesem verbunden mit Werbung für die AfD. Und die UZ druckt dies! Zentrale Aufgabe ist jedoch, die großen Aktionen gegen die AfD und für ihr Verbot zu unterstützen.

    Es gilt, wie in den dreißiger Jahren und im Widerstand für die Aktionseinheit der Arbeiterklasse und für das breite Bündnis gegen rechts zu wirken. Nie wieder „Sozialfaschismus“-Parolen! Nie die Volksfrontpolitik vergessen!

    Und was die kritisierten großen Demos gegen die AfD angeht, so tragen meine Freunde und ich seit Jahren Losungen wie: „Die AfD macht die Hetze, die Regierung die Gesetze“. Und „AfD = Aufrüstung für Deutschland“. Ferner: „AfD Kriegsdienstpartei“.

  4. Avatar von Wolfgang Reinicke-Abel
    Wolfgang Reinicke-Abel

    Offene Antwort auf die Wortmeldung des Netzwerks kommunistische Politik
    Liebe Genossinnen und Genossen,
    vielen Dank für eure Wortmeldung. Das Bekenntnis „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ teile ich. Auch die Sorge vor einer weiteren Rechtsentwicklung und vor der AfD als faschistoider Kraft ist berechtigt. In euren zentralen Schlussfolgerungen widerspreche ich euch jedoch deutlich.
    1. AfD-Wähler sind nicht die AfD.
    Wer die AfD bekämpfen will, darf nicht diejenigen mit ihr gleichsetzen, die sie aus Protest, Frust, Ohnmacht oder sozialer Unsicherheit wählen. In Sachsen-Anhalt haben über 570.000 Menschen AfD gewählt. Die meisten von ihnen wollen soziale Sicherheit und Frieden – nicht Faschismus. Vermutlich gilt Ähnliches in Mecklenburg-Vorpommern. Wer diese Menschen pauschal als Faschisten beschimpft oder für nicht umstimmbar erklärt, treibt sie erst recht in die Arme der AfD.
    2. Dialog ist keine Öffnung nach rechts.
    Es ist ein Unterschied, ob man mit AfD-Funktionärinnen Bündnisse schmiedet oder mit AfD-Wählerinnen über Frieden, Sozialabbau und Wehrpflicht spricht. Ihr selbst schreibt, dass ihr mit Anhängerinnen und Wählern der AfD diskutiert. Das ist richtig. Warum sollte das auf Friedensdemonstrationen nicht möglich sein? Eine gemeinsame Friedensaktion mit Menschen, die AfD gewählt haben, ist keine Koalition mit der AfD. Sie ist der Versuch, Mehrheiten für Frieden und soziale Sicherheit zurückzugewinnen.
    3. Cancel Culture und Kontaktschuld verengen den Diskurs.
    In der Friedenswerkstatt diskutieren wir zu Recht über „Cancel Culture“ als Machtinstrument. Staatlich geförderte zivilgesellschaftliche Organisationen wie „Halle gegen Rechts“ oder „Miteinander e.V.“ haben mit moralischer Ächtung und Diffamierung berechtigter Kritik nicht unwesentlich zum AfD-Erfolg beigetragen. Wer öffentliche Debatten mit Kontaktschuld erstickt, überlässt das Feld den Rechten. Nötig ist Gesprächsfähigkeit: Verstehen, nicht gleichbedeutend mit Einverständnis.
    4. Humanismus und Kriegspolitik passen nicht zusammen.
    Deutschland gibt sich weltoffen und humanistisch. Kirchen, Stiftungen und CSDs mobilisieren gegen die AfD. Aber dieselbe Gesellschaft trägt eine Kriegspolitik mit, die von Ramstein aus Drohnenmorde ermöglicht, Waffen an ein rechtsextremes Regime liefert, ukrainische Wehrpflichtige zurückweist und sich auf eine direkte Kriegsbeteiligung vorbereitet. Keine kirchliche Institution verteilt Schriften gegen diese Kriegspolitik von CDU, SPD, FDP oder Grünen. Die EKD-Friedensdenkschrift zeigt viel Verständnis für deutsche Kriegsvorbereitungen. Das ist der eigentliche Skandal.
    5. Ein AfD-Verbot ersetzt keine politische Auseinandersetzung.
    Ihr sagt selbst, die AfD sei nicht die Ursache, sondern ein Treiber der Rechtsentwicklung. Genau deshalb reicht es nicht, den Treiber verbieten zu wollen, während die Ursachen – Kapitalismuskrise, Sozialabbau, Militarisierung, Abbau demokratischer Rechte – und die Verantwortung der regierenden Parteien ausgeblendet werden. Ein Verbot kann Teil einer Kampagne sein, aber es ist kein Ersatz für soziale und friedenspolitische Alternativen.
    6. Demokratie und Wahl-Dilemma.
    Ist es Demokratie, wenn Menschen nur zwischen Pest und Cholera wählen können? Ist es ethisch vertretbar, Cholera zu wählen, um Pest zu verhindern? Warum gibt es keine starke Friedenspartei im Bundestag? Merz sagt nach den Wahlen: „Ich übernehme die Verantwortung“ – und hält am Kurs fest. Wie übernimmt er Verantwortung für die Opfer deutscher Kriegspolitik? Wer „demokratisch wählen“ ruft und damit CDU, SPD und Grüne meint, muss sich fragen lassen, ob er für die Folgen dieser Politik Mitverantwortung übernehmen will und wie weit sich eine solche Politik von der, gegen die politisch gearbeitet wird, unterscheidet.
    7. Ursachen statt Symbolpolitik.
    Die massiv zugespitzten Krisen werden nicht durch das parlamentarische System gelöst. Ohne offene und ehrliche/rationale Gespräche mit Andersdenkenden kommen wir aus der staatlich gewollten Wirkungslosigkeit nicht heraus. Das ist keine akademische Debatte. Es geht um die Zukunftsfähigkeit einer echten Friedensbewegung.
    Ich plädiere daher für: klare, inhaltliche Abgrenzung zur AfD als Partei – aber offene Gesprächsbereitschaft mit ihren Wählerinnen, insbesondere anhand der Punkte des AfD Programms, von denen sich die Wähler Erleichterungen erhoffen. Für gemeinsame Friedensaktionen mit Gewerkschaften, Kirchen und friedensorientierten Sozialdemokraten und Grünen. Für die Wiederherstellung von Gesprächsfähigkeit statt Cancel Culture. Und für eine politische Offensive gegen Krieg, Sozialabbau und die Ursachen der Rechtsentwicklung.

  5. Avatar von Ulrich Sander
    Ulrich Sander

    Ich habe den Eindruck, dass Freund Reinicke-Abel nicht weiß, was er wissen sollte. Siehe dazu dies: Ein Wahnsinnsbündnis schiebt sich zugunsten der AfD zusammen, und zwar mit Hilfe von Menschen aus der Linken Bewegung. Unter der Moderation der von Anette Sorg (Nachdenkseiten) diskutieren im TV Patrick Köbele (DKP-Vorsitzender), Dieter Dehm (Ex-Linke und BSW-Vordenker, aber dort nicht aufgenommen) und Patrick Baab (ehemals renomierter Journalist, jetzt rechter Verschwörungsfan), die Aufnahme der AfD in die Friedensbewegung. Die Brandmauer müsse endlich weg. Dass dies geschehen muss, darin sind sich alle einig. Während Köbele mehr mit der Basis verhandeln und diskutieren möchte, will Dehm gleich AfD-Aufmärsche und die der alten Friedensbewegung zusammenlegen, und Baab sieht in der Machtübernahme der AfD gar die einzige Option das Parteien-Kartell von CDU bis LINKE zu zerschlagen. Für ihn sind diese der kriegerische „Extremismus der Mitte“, der eigentliche Faschismus. Der Rassismus und Nationalismus der AfD gerät bei ihnen zur Nebensache, von Demokratiefeindlichkeit und Geschichtsrevisionismus reden alle erst gar nicht. Das größte Problem sehen sie in den verbliebenen „Transatlantikern“ der AfD. Köbele will das Risiko der Querfront allerdings eingehen. Dieser offene Tabubruch wird von weltnetz TV passenderweise als „Der Elefant im Raum“ betitelt.
    Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=DH119rYmpEU Köbele und Dehm widersprachen Baabs Umsturzplänen nicht, sie riefen auch keinen Arzt, was nötig gewesen wäre.

  6. Avatar von Ralf Cüppers

    „Die AfD macht die Hetze, die Regierung die Gesetze“.
    Stimme Björn Thomsen zu, es ist ein wichtiger Beitrag.
    Es steht nichts falsches drin..
    Er ist leider unvollständig. Mit der klaren Kampfansage gegen die immer weiter steigende Kriegsgefahr, gegen Aufrüstung und Militarisierung der Gesellschaft richten wir uns sowohl gegen die AfD als auch gegen SPD, FDP und Grüne und CDU. Es war die Scholz-Regierung, die die „Zeitenwende“ ausrief und die Milliarden bereitstellte für die Waffenlieferungen an die Ukraine. Sein Nachfolger Merz führt die Kriegstreiberpolitik weiter. Rassistische Grenzkontrollen, vor zehn oder sieben Jahren noch exklusive Forderung der AfD, werden jetzt von der CDU-SPD-Regierung durchgeführt. Wir erinnern.
    https://dkpflensburg.wordpress.com/2019/11/24/die-bundeswehr-stellte-die-transportkisten-fur-die-wurstchen-der-afd-zur-verfugung/
    https://dkpflensburg.wordpress.com/2025/10/19/brandmauer-brockelt-bundesregierung-macht-afd-politik/
    https://dkpflensburg.wordpress.com/2025/12/08/denkmal-der-schande/

    Massenaktionen gegen die Politik der AfD, an denen dann aber die Waffenexport-, Aufrüstungs-, Grenzkontroll- und Abschiebeparteien teilnehmen, die solche Aktionen auch gerne bestimmen und organisieren, sind unglaubwürdig, führen zur Politikverdrossenheit, nützen damit letztlich der AfD.

    Solidarische Diskussion mit den kleinen Teilen der SPD und der Grünen, die Waffenlieferungen an die Ukraine und Aufrüstung der Bundeswehr ablehnen, gerne, aber grundsätzlich keine Zusammenarbeit mit Funktionären dieser Parteien, die weiterhin die ukrainische Regierung der Bandera- und Asow-Faschisten mit Waffen beliefern und den Krieg verlängern wollen.

    Nach Samuel Mitja Rapoport sitzen wir zwischen den Stühlen am sichersten, nämlich auf dem Boden der Tatsachen. Tatsache ist, es gibt Menschen, die lehnen die Waffenlieferungen an die Ukraine ab, sind aber Nationalisten oder Rassisten. Und es gibt Menschen, die sind gegen Nationalismus, sind aber für Waffenlieferungen.
    Beides ist gleichermaßen ekelhaft.
    https://dkpflensburg.wordpress.com/2025/04/22/zwischen-den-stuhlen/

  7. Avatar von Ulrich Sander
    Ulrich Sander

    Ulrich Schneider, VVN-BdA-Bundesausschussmitglied und FIR-Generalsekretär, hat am 26. 9. 2026 zum Verhältnis von Parteien zur VVN-BdA und zu gemeinsamen Aufgaben Stellung genommen. Er führte aus:

    „Ich erzähle euch nichts Neues, dass die Anfänge der VVN in allen vier Besatzungszonen – und damit auch im heutigen Territorium von NRW – in den regionalen antifaschistischen Komitees lag. Wichtig als gemeinsame Grundlage: Es ging darum, kein ‚Weiter so‘ zuzulassen, sondern eine antifaschistisch-demokratischen Neugestaltung zu ermöglichen.
    Damals wie heute ging und geht es um Forderungen nach gesellschaftlicher Kontrolle wirtschaftlicher Macht, nach Wohnung, Arbeit, Bildung und Absicherung des alltäglichen Lebens für alle, gegen soziale Ungerechtigkeit, gegen Armut und Not, das heißt auch gegen Einfallstore für rechte Propaganda. Es ging und geht um eine sozial gerechte Gesellschaft, gegen Krieg und Faschismus, für wirkliche Demokratie.“

    Der besondere Charakter der VVN ergab sich laut Schneider aus ihrer Überparteilichkeit, die entstanden ist aus den gemeinsamen Erfahrungen der Verfolgung in den Lagern und Haftstätten und im Widerstand. „Die VVN-BdA muss darauf achten, dass – bei aller Beziehungsnähe von Mitgliedern zu ihren jeweiligen Parteien – die VVN-BdA keinen zu engen Bezug zu einer Partei entwickelt. In der Organisation muss Platz sein für unterschiedliche gesellschaftspolitische Vorstellungen, solange sie sich auf die gemeinsamen Grundlagen beziehen können.“ ….

    „Aus aktueller Sicht und entsprechend unseren Erfahrungen … bleibt die Losung ‚Nie wieder Faschismus!‘ politische Verpflichtung für unsere Arbeit, also der Kampf gegen alle Formen des Wiedererstarkens extrem rechter Kräfte und Parteien.“
    Schneider zur AfD: „Es ist unstrittig, dass die politische Arbeit der VVN gemeinsam mit anderen Kräften der Zivilgesellschaft sich vorrangig gegen die AfD, diese ‚Speerspitze‘ der Rechtsentwicklung richten muss. Allerdings: die Umsetzer und Initiatoren der Aufrüstung und aller sozialen Grausamkeiten sind nicht die AfD, sondern die gegenwärtigen Bundes- und Landesregierungen. mit allen sie tragenden politischen Parteien. Aber Propaganda der AfD, ihre Vorstöße und ihr Auftreten trägt dazu bei, dass diese Rechtsentwicklung ideologisch und politisch durchsetzbar wird. Sie ‚versprechen‘ ihren Wählenden eine „heile Welt von früher“, die sie selbstverständlich nicht schaffen können.

    In diesem Sinne haben wir aktuell – und zu befürchten – noch längere Zeit mit der Auseinandersetzung mit der AfD zu kämpfen. Unstrittig ist, dass es für uns – aus historischen Erfahrungen – keine Toleranz oder Akzeptanz für diese politische Partei geben kann. Unsere Aussage: ‚Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!‘ bleibt auch gegenüber der AfD richtig und notwendig. Wir sind daher gegen jede Form des ‚Gewöhnungsprozesses‘.

    Eine andere Frage ist es, wie wir es schaffen, Menschen, die die AfD gewählt haben oder sich von deren Propaganda ansprechen lassen, für unsere antifaschistisch-demokratische Gesellschaftsperspektive zu gewinnen. Das ist m.E. nicht nur eine Frage von Argumenten, sondern realer gesellschaftlicher Bewegungen für soziale Gerechtigkeit und Toleranz, gegen Militarisierung und Ausgrenzung, in die wir uns als VVN-BdA aktiv einbringen sollten.“

  8. Avatar von Monika Strauß
    Monika Strauß

    Den Aussagen des Genossen Sander stimme ich zu. Als Sachsen-Anhaltinerin betrübt es mich sehr, wie meine ehemaligen Landsleute gewählt haben. Und ich meine, es ist nicht nur eine „andere Frage“ wie wir es schaffen, die Menschen, die AfD gewählt haben deren Fängen zu entreißen. M.E. ist es eine der wichtigsten Fragen unserer politischen und Bündnisarbeit. Nüchtern betrachtet, ist Sachsen-Anhalt das neue Bundesland mit der höchsten Deindustrialisierung nach dem Anschluss an die alte BRD. Was ist von den Schwermaschinenkombinaten in Magdeburg, den Chemiekombinaten Leuna und Buna in Halle, dem Mansfeld Kombinat, nach dem Einsatz der Treuhand mit ihren Heuschrecken übriggeblieben? Was ist aus den Werktätigen und ihren Familien geworden? Zehntausende Arbeitslose wurden ihrer Existenz beraubt. Die gutausgebildeten Fachkräfte gingen in den Westen und stärkten dort die Volkswirtschaft der alten BRD.
    Die Bezirke Magdeburg und Halle hatten 1987 insgesamt noch eine Einwohnerzahl von 3,0 Mio. Jetzt zur Landtagswahl sprach man von 2,1 Mio. Einwohner des Landes Sachsen-Anhalt – beide Bezirke wurden zusammengelegt. Allein seit 2000 hat Sachsen-Anhalt eine halbe Mio. Einwohner verloren, ein Bevölkerungsrückgang von 18 %. Beigetragen haben die negative Bevölkerungsentwicklung als auch die Wanderungsverluste. Demografen sprechen von weiteren Verlusten bis 2050.
    Freunde, Kommunisten ohne Parteibuch, die 1991 und 92 abgewickelt und in den Vorruhestand geschickt wurden, sprechen von einer späten Rache.

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