
Das Netzwerk kommunistische Politik protestiert in scharfer Form gegen den vom Parteivorstand der DKP vollzogenen Bruch mit dem Neuen Impulse Verlag und den Marxistischen Blättern. Die Erfolgsgeschichte des marxistischen Theorieorgans mit einem engen freundschaftlichen Verhältnis zur DKP wird damit aus engstirnigen Motiven in Gefahr gebracht. Die offenkundige Geringschätzung der Arbeit von Redaktion und Herausgeberkreis ist einer kommunistischen Parteiführung unwürdig. Damit wird vor allem ein großer Schaden für die Partei selbst verursacht.
Hintergrund der Entscheidung ist der vergebliche Versuch des Parteivorstandes, die Marxistischen Blätter personell enger an die DKP-Führung zu binden und so den Charakter der Marxistischen Blätter als marxistische Zeitschrift einzuengen. Die Sprache des Beschlusses des DKP-Parteivorstandes erinnert fatal an die bürokratisch-administrativen Züge in der Geschichte der kommunistischen Bewegung. So wird von den Gesellschaftern des Neuen Impulse Verlags „Umkehr und Einsicht“ gefordert. Die Feststellung, im Beschluss des Parteivorstands, „Es bleibt der persönlichen Entscheidung jedes einzelnen DKP-Mitglieds überlassen, ob sie die Marxistischen Blätter weiterhin abonnieren und/oder ob sie die Herausgabe der Marxistischen Blätter durch ihre redaktionelle Mitarbeit unterstützen möchten.“, spricht Bände über ein dirigistisches Parteiverständnis bis in das individuelle Leseverhalten seiner Mitglieder hinein.
Wir fordern den Parteivorstand auf, diesen schädlichen Beschluss auf seiner nächsten Tagung zurückzunehmen und wieder ein konstruktives und solidarisches Verhältnis mit den Marxistischen Blättern aufzubauen. Die mangelnde Unterstützung für die Zeitschrift lässt sich übrigens schon seit vielen Jahren feststellen.
Das Netzwerk kommunistische Politik solidarisiert sich mit den Gesellschafter:innen des Neuen Impulse Verlags, der Redaktion und dem Herausgeberkreis der Marxistischen Blätter. Wir rufen alle DKP-Mitglieder auf, diese wichtige Theoriezeitschrift und die Arbeit des Neuen Impulse Verlags zu unterstützen – durch neue Abonnent:innen, Mitarbeit und Spenden.
12.02.2026
Zuschrift: „Die Parteiöffentlichkeit erhielt Kenntnis vom „DKP-Beschluss zu den Marxistischen Blättern und zur Neue Impulse GmbH“ – beschlossen vom Parteivorstand der DKP am 31.1./1.2.2026„
In diesem Beschluss werden finanzpolitische und administrative Maßnahmen gegen Verlag und die „Blätter“ beschlossen. Im Kern: kein Zutritt mehr zu den Sitzungen des Parteivorstands (im Gaststatus) sowie Einstellung jeglicher finanzieller Unterstützung für die „Blätter“. Solches soll flächendeckend für die gesamte DKP gelten.
Ich bin Mitglied der DKP seit 1968 und Bezieher der Marxistischen Blättern von Anfang an, zeitweise auch Gesellschafter des Verlages. Ich freue mich, dass unsere „Blätter“ die Turbulenzen der Vergangenheit überstanden haben und jetzt auf eine respektable Verbreitung und Anerkennung weit über unsere Parteigrenzen hinaus blicken können. Jetzt, im Jahr 2026 nun eine solche Entscheidung gegen die „Blätter“ zu erleben, das macht mich einfach sprachlos und empört mich.
Nach meiner Kenntnis waren die „Blätter“ nie der DKP zugehörig, organisatorisch und finanziell nicht. Aber über die enge Verbundenheit zur DKP gab es nie Zweifel. Das war die Konzeption von Anfang an; in den wenigen letzten Jahren war festzustellen, dass es seitens des Sekretariats des Parteivorstands mehr und mehr Bemühungen gab, die „Blätter“ politisch und finanziell an die DKP zu binden. Mit der Absicht, unbedingt die Unabhängigkeit der „Blätter“ zu wahren, wie es die Absicht der Gründer war, sind sowohl Gesellschafter als auch Herausgeber nicht darauf eingegangen. Damit hat sich das Sekretariat nicht abgefunden und „die Schrauben angezogen“. Es wurde sogar die Falschinformation verbreitet unter der Losung „Stoppt die Privatisierung der Marxistischen Blätter“. Das war sachlich völlig falsch und sollte offensichtlich die Parteiöffentlichkeit täuschen und gegen Gesellschafter des Verlages Stimmung machen. Und jetzt dieser Beschluss.
Das Vorgehen, mit dem „die Blätter“ wohl ausgetrocknet und übernahmebereit gemacht werden sollte, befremdet und empört mich. Die Bemerkung sei erlaubt, dass solche Methoden in den heutigen demokratischen Parteistrukturen keinen Platz mehr haben dürften. Handelt es sich vielleicht bei der Genossin Hager und die Genossen Geisler und Ernst um Parteifeinde?
Ich werde unsere „Blätter“ weiter unterstützen und Freunde und Genossen bitten, es ebenfalls zu tun. Der Parteivorstand täte gut daran, sich zu besinnen und den für unsere Bewegung schädlichen Beschluss zurückzunehmen.
Walter Herbster, DKP-Solingen
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