Das Netzwerk kommunistische Politik protestiert in scharfer Form gegen den vom Parteivorstand der DKP vollzogenen Bruch mit dem Neuen Impulse Verlag und den Marxistischen Blättern. Die Erfolgsgeschichte des marxistischen Theorieorgans mit einem engen freundschaftlichen Verhältnis zur DKP wird damit aus engstirnigen Motiven in Gefahr gebracht. Die offenkundige Geringschätzung der Arbeit von Redaktion und Herausgeberkreis ist einer kommunistischen Parteiführung unwürdig. Damit wird vor allem ein großer Schaden für die Partei selbst verursacht.

Hintergrund der Entscheidung ist der vergebliche Versuch des Parteivorstandes, die Marxistischen Blätter personell enger an die DKP-Führung zu binden und so den Charakter der Marxistischen Blätter als marxistische Zeitschrift einzuengen. Die Sprache des Beschlusses des DKP-Parteivorstandes erinnert fatal an die bürokratisch-administrativen Züge in der Geschichte der kommunistischen Bewegung. So wird von den Gesellschaftern des Neuen Impulse Verlags „Umkehr und Einsicht“ gefordert. Die Feststellung, im Beschluss des Parteivorstands, „Es bleibt der persönlichen Entscheidung jedes einzelnen DKP-Mitglieds überlassen, ob sie die Marxistischen Blätter weiterhin abonnieren und/oder ob sie die Herausgabe der Marxistischen Blätter durch ihre redaktionelle Mitarbeit unterstützen möchten.“, spricht Bände über ein dirigistisches Parteiverständnis bis in das individuelle Leseverhalten seiner Mitglieder hinein.

Wir fordern den Parteivorstand auf, diesen schädlichen Beschluss auf seiner nächsten Tagung zurückzunehmen und wieder ein konstruktives und solidarisches Verhältnis mit den Marxistischen Blättern aufzubauen. Die mangelnde Unterstützung für die Zeitschrift lässt sich übrigens schon seit vielen Jahren feststellen.

Das Netzwerk kommunistische Politik solidarisiert sich mit den Gesellschafter:innen des Neuen Impulse Verlags, der Redaktion und dem Herausgeberkreis der Marxistischen Blätter. Wir rufen alle DKP-Mitglieder auf, diese wichtige Theoriezeitschrift und die Arbeit des Neuen Impulse Verlags zu unterstützen – durch neue Abonnent:innen, Mitarbeit und Spenden.

12.02.2026


10 Antworten zu „Erklärung des Netzwerks kommunistische Politik zum Bruch des DKP-Parteivorstands mit den Marxistischen Blättern“

  1. Avatar von Bernd Wagner
    Bernd Wagner

    Ich stimme dem Inhalt des Schreibens voll und ganz zu. Auch ich war entsetzt, als ich die Information von der PV-Tagung erhielt. Ich werde auch noch direkt dem PV meinen Protest gegen diese völlig überzogene Entscheidung mitteilen und ihn zur Rücknahme auffordern.

  2. Avatar von Rainer Dörrenbecher
    Rainer Dörrenbecher

    Danke für die Erklärung.
    Völlig richtig ist der Hinweis auf die „bürokratisch-administrativen Züge“ des PV und dementsprechend der Drang die MB an ihre Leine zu legen. In dem PV-Beschluss werden die Gesellschafter und der Herausgeber-Kreis durchunwahre Behauptungen diffamiert, widerlegt durch die Briefe der Gesellschafter. Eine Methode, die seit Jahren gegen -nicht nur – innerparteiliche Kontrahent*innen angewandt wird. Diffamierung ist nichts anders als Ausdruck argumentativer Schwäche.
    Ergänzen möchte ich. „Leider fehlen uns zu einer detaillierten Analyse der Situation im Monopolkapital Deutschlands heute die Ressourcen.“ (Patrik K., Referat 4. PV-Tagg.) der Hinweis auf fehlende Ressourcen findet sich im Referat mehrmals. So ist das, wenn eine Parteiführung seit mehr als 15 Jahren Beiträge marxistischer Autor*innen konsequent ignoriert. Statt dessen werden Mao Tse Dong und J.W. Stalin als marxist. Theoretiker angeboten.
    Denk ich an meine Partei in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht. (bei H. Heine geklaut)

  3. Avatar von Björn Axel Thomsen
    Björn Axel Thomsen

    Die Stellungnahme des DKP-Netzwerks ist vollkommen berechtigt. Die Marxistischen Blätter sind die wichtigste Quelle in der Diskussion um eine wissenschaftlich begründete Antwort auf die Fragen, vor denen wir politisch stehen. Dieses Potential gilt es unbedingt zu erhalten. Vom derzeitigen PV muss Einsicht und Umkehr verlangt werden, die Vorgehensweise des PV ist beängstigend.

  4. Avatar von Berthold Baxmann
    Berthold Baxmann

    Ich kann mich noch gut daran erinnern,wie ich vor langer Zeit Theodor Bergmann, damals 97 Jahre alt, ehemaliges mitglied der KPO, überzeugte, einen Artikel in der UZ zu veröffentlichen.Nina Hager stimmte zu. Erfreut und überrascht schrieb Theodor seinen Artikel. Der allerdings auf Einspruch des PV nicht in der UZ gedruckt wurde. Bitterer Kommentar von Theo:“Diese Partei ist nicht lernfähig!“
    In den Marx. Blättern wurde kurz danach sein neuestes Buch besprochen, was uns etwas getröstet hat. Darum: Marx. Blätter als Diskussionsplattform unbedingt erhalten. Oder sind wir wirklich nicht lernfähig?

  5. Avatar von Dr. Kuno Füssel
    Dr. Kuno Füssel

    Mit Empörung habe ich vom Verhalten des Parteivorstandes Kenntnis genommen, der sich offensichtlich nicht bewusst ist, dass er mit diesem lächerlichen Verhalten unsern Gegnern wieder einmal die Gelegenheit bietet, die Partei als hinterwäldlerischen Verein zu verspotten. Seit jeher, besonders aber seit der Zeit öffentlicher Diffamierung marxistischer Positionen nach der sogen. Wende sind die MBl für mich ein unverzichtbarer Platzhalter einer kognitiv und politisch anspruchsvollen Diskussion und eine wertvolle Inspirationsquelle. Wenn der PV noch einen Funken an Ehrgefühl besitzt, muss er sein Verhalten schleunigst widerrufen.

  6. Avatar von stefan Jochem
    stefan Jochem

    Ich stimme der Stellungnahme des komm. Netzwerkes voll zu.
    Bei der Beobachtung der Politik, Stellungnahme, Veröffentlichungen des PV seit Jahren stellt sich mir die Frage: Wem nutzt das? Meine Antwort: Dem Klassengeger. Daß der PV- Beschluss einstimmig war ist noch erschreckender. In meinem bescheidenen Rahmen schicke ich eine Spende an die MB

  7. Avatar von Monika Strauß
    Monika Strauß

    Dieser schamlose Umgang der GenossInnen des PV mit einer kompetenten Wissenschaftlerin und Journalisten ist befremdlich. Derartige Nötigungen und Drohungen kommen aus den finstersten Zeiten. Haben die GenossInnen nichts aus der Geschichte der kommunistischen- und Arbeiterbewegung gelernt? Frühzeitig warnte Rosa Luxemburg vor bürokratischen Zügen und zu starker Leitung in einer revolutionären Arbeiterpartei. Wohin dieser überbordende Zentralismus führte, zeigen uns die Ereignisse Ende letzten Jahrhunderts. Den Blätter und dem Verlag gehören unsere ganze Solidarität.

  8. Avatar von Klaus Weißmann
    Klaus Weißmann

    Mit Entsetzen hatte ich schon von diesem unsäglichen Beschluss gehört. Meine innere Verweigerung, überhaupt noch Protokolle der Partei-„Verführung“ zu lesen ist reiner Selbstschutz.
    Ich möchte hiermit gemeinsam mit Andrea die Marxistischen Blätter abonnieren. Und habe die Nachfrage nach Probeexemplaren (das müssen ja nicht die aktuellsten sein). Wir möchten möchten in unserem Umfeld Werbung machen. Zunächst bräuchten wir mal 7 Probe-Exemplare.
    Mit solidarischen Grüßen
    an den Verlag und die Redaktion der Marxistischen Blätter
    Klaus Weißmann

  9. Avatar von Ortwin Bickhove-Swiderski
    Ortwin Bickhove-Swiderski

    Glück Auf,
    den Beschluss des PV der DKP vermag ich als Aussenstehender nicht nachzuvollziehen. Hier scheint es ein Thema hinter dem Thema zu geben. Der PV der DKP sollte diesen Beschluss zurücknehmen. Vielleicht besteht noch die Möglichkeit durch eine erfahrene Genossin oder einen Genossen eine Schlichtung durchzuführen.
    Als Gewerkschafter sage ich gerne NGG nur gemeinsam gehts.
    Den Blättern und dem Verlag gehören unsere ganze Solidarität.

  10. Avatar von Norbert Renger
    Norbert Renger

    Ja, es ist beschämend. Ausgerechnet in diesen kaum noch zu durchschauenden, politischen Eruptionen, den „MB“ den Boden unter den Füßen wegzuziehen, einem Organ, das wesentlich (besonders durch seine internationalen Beiträge) zu verhindern hilft, mit Scheuklappen durch die Welt zu „stolzieren“. Ich brauche dieses Organ (wir brauchen es !) für jedwede theoretische Auseinandersetzung, um nicht im Dogma zu versinken.
    „Ich fordere hiermit den PV auf, diesen unsäglichen Beschluß zurückzunehmen.
    PS.: meine Stellungnahme an den PV ist unterwegs.

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