Fragen und Anmerkungen zu den Politischen Thesen des Sekretariats der DKP (Florian H.)

E-Mail Drucken PDF

Wieso Geschwafel von Blöcken, wieso werden handelnde Subjekte nicht direkt benannt?

Wieso wird das Projekt des Sozialismus des 21 Jahrhunderts nicht als das bezeichnet, was es ist, linke Sozialdemokratie?

Wieso werden China und die USA als Hauptkontrahenten bezeichnet und die EU herausgelassen?

Wieso wird die EU nicht als Konkurrent beschrieben, sondern als Partner? Belege?

Wieso wird die Linkspartei nicht als das erkannt, was sie ist, Sozialdemokratie?

DKP In der heutigen Zeit:

„Aber der Sozialismus wird nicht nur das Werk der Arbeiterklasse sein, sondern das gemeinsame Projekt von gleichberechtigten, unterschiedlichen, sozialen und weltanschaulichen, im weitesten Sinn emanzipatorischen Kräften.“ Mit dieser Passage wird ganz klar das Parteiprogramm untergraben.

In diesem heißt es:

„Die sozialistische Gesellschaftsordnung setzt die Erringung der politischen Macht durch die Arbeiterklasse im Bündnis mit anderen Werktätigen voraus.“  Der Unterschied ist ganz klar. Im Parteiprogramm wird richtiger Weise betont, dass die Arbeiterklasse die Macht zusammen mit anderen Werktätigen erringt; Sie also das handelnde Subjekt ist. In den Thesen wird von gleichberechtigtem Miteinander zwischen unterschiedlichen, sozialen und weltanschaulichen emanzipatorischen Kräften gesprochen.  Was soll das? Soll ein Sozialismus mit Sozialdemokraten, Anarchisten, Kirchen und am besten noch mit jedem anderen Hansel gemacht werden?

Seit wann orientiert die DKP auf das sozialdemokratische Geschwafel vom Sozialismus des 21 Jahrhunderts?

Wieso wird die ganze Zeit von der emanzipatorischen Bewegung gesprochen?  (Erinnert mich eher an klassenneutrale Pseudointellektuelle.)

Natürlich müssen wir Klassenbewusstsein in die Klasse hineintragen. Und natürlich gibt es da gewissen Wahrheiten, die nun mal nicht zu ändern sind und die nur angenommen werden können oder eben nicht.

Wieso wird von einem demokratischen Sozialismus gesprochen? Natürlich hatten die SU und die DDR, hat heute Cuba, Demokratie Defizite, aber sie waren, und Cuba ist, tausendmal demokratischer, als dieses System! Das Gerede vom demokratischen Sozialismus erinnert mich eher an die Linkspartei und an die SPD der 60er. Wollen wir so etwas? Ich nicht!

Dieses Papier hat nichts, aber rein gar nichts, mit Orientierungen einer kommunistischen Partei zu tun. Ich muss ehrlich sagen, dass ich dachte, dass nach dem verbalradikalen, völlig platten Papier der 84er Nichts noch schlimmeres kommen könnte. Allerdings hat es das Sekretariat geschafft, das noch um einiges zu überbieten, indem es diese sozialdemokratischen Thesen herausgibt.

Meiner Meinung nach müssen diese Thesen schnellstmöglich zurückgenommen werden.

Der 2te Teil  (zur Krise) könnte eventuell dazu genutzt werden, ihn zu einer vernünftigen Analyse der Krise auszubauen.

Ich muss ehrlich sagen, ich bin tief enttäuscht. Als ich vor nun gut einem Jahr in die Partei eintrat, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass so  etwas in der DKP publiziert wird.

Florian H.